Fasziniert von dem einzigartigen multikulturellen Nährboden Spaniens, der die gesamte Renaissancemusik des Landes befruchtete, war das Hauptanliegen des 1992 gegründeten Ensembles Accentus Austria von jeher die Frühe Musik Spaniens. Die jahrelange Auseinandersetzung damit ließ in der Zwischenzeit ein Repertoire entstehen, das nunmehr mündlich überlieferte improvisatorische Sephardische Romanzen und traditionelle iberische Vokalmusik, geistliche und weltliche Polyphonie des 16. und 17. Jhdts, sowie solistische oder mehrstimmige barocke Werke des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jhdts umfasst.
Das zweite Standbein von Accentus Austria bildet die Musik im Österreichischen Kaiserreich des 16. und 17. Jhdts. Nicht minder multikulturell, liefen in dieser Zeit Kunstströmungen aus Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Italien, Ungarn und sogar des Osmanischen Reiches zusammen - ein überaus fruchtbares Gemisch, das seine Triebkraft bis über die Klassik hinaus beibehalten sollte. Neben den vokalen und instrumentalen Werken die im österreichischen Kernland seit der Entstehung des habsburgischen Weltreiches bis hin zum Hochbarock geschrieben wurden, richtet das Ensemble dabei auch immer wieder den Blick auf die Musik der Nachbarländer, die den österreichischen Stil wesentlich mitgeformt hat. In den letzten Jahren trat Accentus Austria bei den bedeutendsten Festivals für Alte Musik in Europa und darüber hinaus auf. 2006 spielte Accentus Austria die szenische Bühnenproduktion „The Tragedy of Arianna” unter der Regie von Maria Gyparakis in der europäischen Kulturhauptstadt Patras/Griechenland.

 

OLGA PITARCH MAMPEL studierte Klavier und Gesang am Konservatorium Valencia und anschließend an der Musikhochschule in Wien. Als Gewinnerin verschiedener Preise (Jeunesses Musicales-91; Concours d’opéra E. Marco –94), trat sie als Solistin in Rezitalen, Oratorien und Opernproduktionen auf. Ihre Vorliebe für Barockmusik erlaubte ihr, an der Wiederentdeckung eines umfangreichen spanischen Repertoires mitzuarbeiten, das sie in Aufnahmen und Konzerten mit den Ensembles Al ayre español, La Capella de Ministrers, Estil Concertant, Armoniosi Concerti,Orquesta Barroca de Sevilla et Real Compañía Ópera de Cámara bei den Festivals Granada y Cuenca (E), Ludwigsburg y Herne (D), Utrecht (Nl), Cervantino (Mexico), etc. erarbeitete. Gleichzeitig arbeitete sie mit Le Parlement de Musique, Elyma, La Grande Ecurie et la Chambre du Roy, Faenza, Accentus Austria, La Fenice und Les Arts Florissants. Mit letzterem trat sie auf als Minerva in „Il ritorno d’Ulisse” von C. Monteverdi im Rahmen einer DVD-Produktion, als Damon in „Acis und Galatea” (G. F. Händel), als Proserpine in „La descente d’Orphée aux enfers” (Charpentier)…

 

Programm
   
JOSÉ MARÍN
(1618 - 1699)

No sé yo cómo es - Tono humano a 2


SEBASTIÁN DURÓN
(1660 - 1716)

Ay de mí, que el llanto y la tristeza
Cantada a voz sola al Santísimo y de Pasión

JUAN LIMA DE SERQUEIRA
(1655 - nach 1726)

Quiería a Cupido - Solo humano


GASPAR SANZ
(1640 - ~1710)

Folias


SANTIAGO MURCIA
(1682 - 1740)

La Jotta


MATÍAS VEANA
(2. Hälfte 17.Jhdt. – 1.Hälfte 18.Jhdt.)

Ay, amor - Solo al Santísimo


SEBASTIÁN DURÓN

El Pícaro de Cupido - Tono humano a solo

ANTONIO DE CABEZÓN
(1510 - 1566)

Diferencias sobre la Gaillarda Milanesa


JUAN LIMA DE SERQUEIRA

Todo es amor - Solo humano

GASPAR SANZ

Canarios

SEBASTIÁN DURÓN

Pues me pierdo - Tonada humana a sola

   
  - PAUSE -
   
JUAN LIMA DE SERQUEIRA

Ay, Leonida - Solo humano

DIEGO ORTIZ
(~1525 - 1570)

Diferencia sobre „Felici occhi miei”
Diferencias sobre tenores italianos

SEBASTIÁN DURÓN

Corazón, causa teneis - Tonada sola con flauta

BARTOLOMÉ SELMA Y SALAVERDE
(17.Jhdt.)

Canzona terza


JUAN HIDALGO
(1612 - 1685)

Ay, amor - Tono humano


LUCAS RIUZ DE RIBAYAZ
(1630 - 1672)

Xacaras


ANÓNIMO
(~1700)

Niña, si encontrares a Cupido - Tono humano a solo


ANÓNIMO
(~1700)

Paradetas


FRANCESC VALLS
(1665 - 1747)

Esta vez, Cupidillo


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